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5 Fragen an Dr. Thomas Ott

1. Corona und Entschleunigung: wie passt das für Dich zusammen?

Ehrlich gesagt nehme ich den aktuellen Zustand nicht als Entschleunigung war. Einerseits habe ich beruflich sehr viel zu tun, andererseits verbringe ich die freie Zeit noch stärker als sonst mit Blick auf die Nachrichtenlage und die Entwicklungen rund um die Pandemie.

Nicht zuletzt dank des anhaltend guten Wetters in den letzten Wochen habe ich fast jeden Abend noch eine kleine Radrunde gedreht und dabei immer wieder auch die eine oder andere (Neu-) Entdeckung in und um Weinheim gemacht. Diese Momente waren dann schon „entschleunigend“.

2. Wie erlebst Du beruflich den Lockdown?

Der Lockdown hat mich dauerhaft ins Homeoffice verbannt. Das war am Anfang eine große Umstellung und ich vermisse den persönlichen Kontakt zu meinen Kolleginnen und Kollegen. Viele davon haben noch jüngere Kinder und ich beneide sie keine Minute um die Doppelbelastung von Homeoffice und Home-Schooling. Momentan arbeite ich eher noch mehr als sonst. Ich arbeite in der Life Science sparte eines großen internationalen Unternehmens, und wir versuchen unsere Kunden (u.a. große Universitäten und private Forschungseinrichtungen sowie andere pharmazeutische Unternehmen) in der Entwicklung und Produktion von Corona-Tests, -Medikamenten und -Impfstoffen zu unterstützen.

3. Wie erlebst du privat den Lockdown?

Anfangs war mein persönliches Erleben stark von Angst, Unsicherheit und Sorge um Familienangehörige geprägt. Das hat sich mittlerweile etwas gebessert. Auch wenn der Corona-Alltag nicht immer stressfrei ist, habe ich das Gefühl, dass wir als Familie zusammengerückt sind. Während ich versucht habe, durch Kochen und Backen etwas Abwechslung in die Quarantäne zu bringen, haben sich andere Familienmitglieder in alte oder neue Hobbys vertieft.

Komplett weggefallen sind im Moment die vielen Abendtermine, die die Kommunalpolitik mit sich bringt. Die politische Arbeit und Diskussion lässt sich auch nur bedingt digitalisieren. Aber ich mache mir konkrete Gedanken, wie wir auf kommunaler Ebene mit den riesigen finanziellen Problemen umgehen können und welche Lehren wir aus dieser Krise für die Zukunft ziehen müssen.

4. Kontaktsperre über Ostern… ganz schön hart. Wie war es für Dich?

Das war ein sehr seltsames Osterfest. Der Ostergottesdienst des Papstes, fast ganz allein im Petersdom, war ein Eindruck, den ich nicht vergessen werde.

In der Vergangenheit war für unsere Familie der Ostersonntag ein eher hektischer Tag, geprägt durch Termine in der Kirchengemeinde (Posaunenchor) und die anschließende Fahrt zur Verwandtschaft. Das war dieses Jahr komplett anders. Fest steht: Telefon und Whatsapp sind kein Ersatz für Familienfeste.

5. Was machst Du als Erstes, wenn die Anti-Corona-Maßnahmen wieder aufgehoben sind?

Keiner kann derzeit sagen, ob und wann die Maßnahmen wieder vollständig aufgehoben werden können. Von daher ist es schwer, einen einzelnen Wunsch herauszugreifen. Vielleicht wird es ja ein Anlass wie der Sommertagszug oder die Kerwe sein, bei dem wir alle wieder das Gefühl der „Normalität“ haben werden. Dann werde ich das Leben feiern und dankbar sein, dass wir (hoffentlich) mit einem blauen Auge davon gekommen sind.

Senior-Praktikantin

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