5 Fragen an Jutta Lieder

1. Corona und Entschleunigung: wie passt das für Dich zusammen?

Anfangs dachte ich noch, dass ich nun mehr Zeit für die Dinge haben werde, die ich zuhause tun kann und vielleicht auch schon länger aufgeschoben habe. Mittlerweile aber merke ich, dass es eine Herausforderung ist, gerade im Homeoffice nicht komplett in der Arbeit zu versinken. Die veränderten Formen der Kommunikation, Videokonferenzen, Telefonate, Chats und Mails, empfinde ich in ihrer Summe am Ende eines Arbeitstages als wesentlich anstrengender und sehr kraftraubend. Das alles trägt nicht unbedingt zu einer Entschleunigung bei. Im Gegenteil: man ist ständig erreichbar, durchgängig auf irgendeinem Kanal „online“ und muss flexibel und kreativ oft akut auf Situationen reagieren, die unvorhersehbar waren. Das ist aber nachvollziehbar, da sich nun alle in einer neuen Situation befinden: die Familie, die Freunde, das Kollegium oder auch die besorgten Eltern unserer Schulgemeinschaft.

2. Wie erlebst Du beruflich den Lockdown?

Schule lebt von persönlichen Kontakten : zu den Schüler*innen, zu den Eltern und besonders zu den Kolleg*innen. Das fehlt enorm. Und ich glaube ich darf sagen, allen Beteiligten. Trotzdem konnten wir bereits praktizierte Lernmethoden, die insbesondere das selbstständige Lernen, eine Feedbackkultur und Individualisierung betreffen, effizient in das derzeitige „Homeschooling“ integrieren. Mit Hilfe digitaler Möglichkeiten vermittelt das Kollegium auf vielfältige Weise den Kindern die Lerninhalte. Da gibt es Videokonferenzen, Mails, Chats – aber auch Telefonate und Material per Post. In wichtigen Fällen fährt auch schon mal eine Lehrkraft bei den Schüler*innen vorbei und unterhält sich – mit Abstand – mit den Kindern. Das tut allen gut! Ich freue mich sehr über das tolle Engagement und den kreativen Ideenreichtum meines Kollegiums und bin sehr stolz auf sie.

3. Wie erlebst du privat den Lockdown?

Ich empfinde es als eine Herausforderung das, was man sonst außer Haus immer gerne getan hat, nun durch andere Dinge zu ersetzen. Besonders sich zu disziplinieren und nicht den ganzen Tag über am Schreibtisch zu sitzen und „online“ zu sein, sondern im Rahmen dessen was erlaubt und richtig ist, auch zu tun. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mit einigen Freunden wieder mehr Kontakt habe, als zuvor. Das mag seltsam klingen, aber dadurch, dass wir alle verstärkt zuhause (erreichbar) sind und Videokonferenzen gängig sind, „treffe“ ich mich mit einigen Freunden nun häufiger, als zuvor.

4. Kontaktsperre über Ostern… ganz schön hart. Wie war es für Dich?

Nein, eigentlich nicht. Denn es gibt ja auch wirklich einen sehr guten Grund dafür, dass das Leben im Moment bestimmten Regeln unterworfen ist! Und an Ostern habe ich zum ersten Mal wieder Ostereier selbst bemalt – wer hätte das gedacht!

5. Was machst Du als Erstes, wenn die Anti-Corona-Maßnahmen wieder aufgehoben sind?

Ich werde mir erst einmal ein paar schöne Tage zuhause machen! Nein, im Ernst, ich werde mich mit Freunden treffen und möglichst viele kulturelle Angebote wahrnehmen. Und dann endlich wieder unter den Leuten sein und ein frisch gezapftes Bier trinken!

Susanne Michl

Susanne Michl

Senior-Praktikantin

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