5 Fragen an Manuel Just, Oberbürgermeister der Stadt Weinheim

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1. Corona und Entschleunigung: wie passt das für Dich zusammen?

Naja, bei mir in der Tat nur sehr schwer. Mit dem Ausbruch der Krise galt es sofort eine Vielzahl organisatorischer Entscheidungen vorzubereiten bzw. zu treffen.

D.h. zunächst leerte sich mein Terminkalender mit Blick auf die bis dato vorgesehenen Termine, um sich dann sofort nach und nach mit zahlreichen neuen Terminen wie denen des Krisenstabs wieder zu füllen.
Gleichwohl habe ich noch immer weniger Abend- und Wochenendtermine als für gewöhnlich, so dass zumindest in den Abend- und Wochenendstunden eine leichte Entschleunigung eintritt.

2. Wie erlebst Du beruflich den Lockdown?

Äußerst arbeitsintensiv, da wir als Verantwortliche für das öffentliche Leben die gesamten Vorgaben von Bund und Land vor Ort umsetzen und koordinieren müssen. Hierzu gehören Schulen, Kitas, die eigene Verwaltung, die ordnungsrechtliche Überwachung, und, und und. Letztendlich haben wir innerhalb weniger Tage das komplette System/ unser komplettes Angebot in den Stand-by-Modus versetzen müssen. Nunmehr muss das selbe System dosiert und schrittweise wieder hochgefahren werden. Dies unter der Voraussetzung, dass es für diesen Fall keine Blaupause gibt und wir ständig innerhalb weniger Tage immer wieder eine neue Ausgangslage und damit zumeist eine neue Rechtslage vorfinden. D.h. selbstverständlich ist vieles mit heißer Nadel gestrickt und wird nicht den Ansprüchen an unser bisheriges zumeist lange abgewogenes Handeln und unser Gerechtigkeitsempfinden gerecht.

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang sicherlich die Erkenntnis, dass „Arbeitsinstrumente“ wie Homeoffice und Videokonferenzen flächendeckender im Einsatz, und damit salonfähiger sind als noch vor einigen Monaten.

3. Wie erlebst du privat den Lockdown?

Natürlich fehlt einem der Kontakt zu Eltern und Freunden. Am schwierigsten ist dies für unsere Kinder, die ebenfalls ihre Freunde vermissen. Positiv ist sicherlich der Umstand, dass man Zeit hatte beispielsweise Garten, Garage und sonstiges „in Schuss“ zu bringen – sprich das Ein oder Andere zu erledigen, was in den vergangenen Monaten liegen geblieben ist…

4. Kontaktsperre über Ostern… ganz schön hart. Wie war es für Dich?

Ehrlich gesagt gar nicht so schwer, da ich sowieso Urlaub geplant hatte und einen Teil der Familie (Eltern und Großeltern) nicht gesehen hätte. Das Wanderprogramm haben wir in diesem Fall eben nicht in Südtirol, sondern an der Bergstraße absolviert…

5. Was machst Du als Erstes, wenn die Anti-Corona-Maßnahmen wieder aufgehoben sind?

Ich glaube, dass man diese Frage so pauschal nicht beantworten kann, da es nicht das eine Datum geben wird, ab dem wieder alles möglich ist. Deshalb ist es sicherlich abhängig was einem am meisten fehlt/ auf was man sich freut und ab wann dies in der schrittweisen Lockerung der Verbote wieder möglich ist.

Aber um es pauschal zu beantworten: Auch ich freue mich im privaten Bereich am meisten auf den direkten Kontakt mit Freunden sowie im Beruflichen auf den mit unseren Bürgerinnen und Bürgern. Ich bin mit Leib und Seele (Ober-)Bürgermeister und daher gerne bei den Menschen. Dies fehlt mir. Am liebsten verbinde ich dies natürlich mit einem guten Essen oder einem Gläschen Wein in einem unserer Lokale oder dem Besuch einer unserer Veranstaltungen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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