5 Fragen an Stefano Bauer

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1. Corona und Entschleunigung: wie passt das für Dich zusammen?

Wir erleben zurzeit, dass viele einzelne Berufsgruppen überdurchschnittlich viel zu tun haben (z.B. Einzelhändler*innen, Pfleger*innen, Laborant*innen etc.) während es parallel dazu viele Menschen gibt, die sich in Kurzarbeit befinden und/oder deren Firmen den Unternehmensbetrieb komplett eingestellt haben. Wichtig finde ich, dass sich Menschen, die zurzeit überlastet sind, bewusst Auszeiten vom stressigen Alltag nehmen: lesen, spazieren gehen (natürlich in gesundem Abstand zu Mitmenschen), sich entspannt in die Sonne legen und einfach mal nichts tun oder sonstige Dinge tun, mit denen sie sich einen Ausgleich verschaffen können. Denjenigen, die jetzt viel Zeit haben empfehle ich, sich den Tag zu strukturieren, Routinen nachzugehen und sich Aufgaben im Haushalt, im Garten oder in der Gesellschaft zu suchen. Aber auch für solche Menschen darf eine Entschleunigung nicht zu kurz kommen, denn die Coronakrise stellt ohnehin auch eine psychische Herausforderung dar.

2. Wie erlebst Du beruflich den Lockdown?

Ich bin zwar noch nicht im Beruf, aber ich arbeite dran 😉 Meine „Hauptarbeit“ ist das Studium. Am vergangenen Montag hat das Sommersemester begonnen. Es ging zu Anfang sehr turbulent zu: die Server der Hochschule sind zusammengekracht, weil sich zu viele Studierende zeitgleich auf internen Online-Plattformen aufgehalten haben, WhatsApp-Gruppen sind förmlich übergelaufen. Die Hektik war groß. Und das gleich am ersten Tag im Semester! Dennoch: die technischen Schwierigkeiten haben sich geregelt und die Umstellung der Lehre auf digital funktioniert inzwischen ganz gut. Antrengend finde ich es dennoch, so lange vor Bildschirmen zu sitzen. Und das wahre „Study-feeling“ geht natürlich durch „Homestudying“ ein Stück weit verloren. Die sozialen Kontakte, Gespräche und Treffen mit Kommiliton*innen und analogen Lehrveranstaltungen fehlen mir natürlich sehr.

3. Wie erlebst du privat den Lockdown?

Am Anfang war es ein ziemlich komisches Gefühl, so viel Abstand wie möglich zu anderen Menschen zu halten und nicht jedes Lieblingsgeschäft besuchen zu können. Inzwischen habe ich mich an die Kontaktbeschränkungen gewöhnt, das seltsame Gefühl ist allerdings geblieben. Der Mensch ist einfach ein soziales Wesen, das Nähe sucht, das liegt einfach in unserer Natur. Dennoch: Es war im Hinblick auf unsere Gesundheit die absolut richtige Entscheidung, den Lockdown zu beschließen. Die Einschränkungen führen auch bei mir ab und zu zu kleinen Stimmungsschwankungen – klar, nicht jeder Tag ist gleich. Im Großen und Ganzen komme ich mit den Einschränkungen aber zurecht. Mir hilft es, mir vor Augen zu halten, dass der derzeitige Zustand temporär ist, es geht auch wieder bergauf. Da sind wir auf einem guten Weg! Außerdem versuche ich, in freier Zeit an die frische Luft zu gehen, zu spazieren oder Rad zu fahren, um den bewegungsarmen Alltag etwas aufzupeppen.

Was meine politische Arbeit angeht: Naturgemäß haben sich so gut wie alle Meetings, Konferenzen und Sitzungen ins Digitale verlegt. Fraktionssitzungen und alle weiteren Termine finden nur noch in Form von Telefon- und Videokonferenzen statt. Das ist Entlastung dahingehend, die Termine von zuhause aus abhalten zu können, auf der anderen Seite aber anstrengend, Menschen nur über einen Bildschirm oder Lautsprecher zu sehen bzw. zu hören. Die zwischenmenschliche Interaktion fehlt mir sehr. Ich freue mich auf die Zeit, wenn physische Treffen wieder möglich sind!

4. Kontaktsperre über Ostern… ganz schön hart. Wie war es für Dich?

In der Tat war es bei uns zuhause über Ostern sehr ruhig. Coronabedingt entfiel der Besuch bei Großeltern und Verwandten, das war ziemlich schade. Wir waren viel mit unserem Hund spazieren und haben so die freie Zeit bei gutem Wetter genutzt. Allerdings haben wir mit der Familie telefoniert und sind so in Kontakt geblieben. Wichtig ist nämlich #physicaldistancing und nicht #socialdistancing – das wird oft verwechselt! Gerade jetzt brauchen wir alle vermehrt soziale Kontakte, soziale Begegnungen, um mit Isolation, Kontaktbeschränkungen und co. besser zurecht zu kommen.

5. Was machst Du als Erstes, wenn die Anti-Corona-Maßnahmen wieder aufgehoben sind?

Puh, schwer zu sagen. Darüber habe ich mir noch gar keine so großen Gedanken gemacht. Ich denke, ich werde vorsichtig meine Großeltern besuchen und durch unsere schöne Stadt schlendern, mir vielleicht ein leckeres Eis kaufen und den blühenden Hermannshof – sofern er wieder geöffnet ist – in Fülle genießen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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