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5 Fragen an Stella Kirgiane-Efremidis

1. Corona und Entschleunigung: wie passt das für Dich zusammen?

Nun ja – für mich ist es nicht so richtig Entschleunigung. Durch den eigenen Betrieb, haben wir uns ganz anders aufstellen müssen. Somit war es am Anfang eine Beschleunigung. Mittlerweile jedoch ist es fast normal geworden. Auch im politischen Bereich mussten wir uns umstellen – doch auch hier haben sich SPD Vorstand und SPD Fraktion nach einer gewissen Einarbeitungszeit eingefunden. Nur die Vereine sind richtig entschleunigt worden. Das tut weh. Insgesamt: Corona hat mir gezeigt, dass sich ganz schnell Prioritäten verschieben können und dass nie etwas so wichtig sein kann, dass man es nicht verschieben könnte.

2. Wie erlebst Du beruflich den Lockdown?

Sehr schwierig! Die Gastronomie lebt von Begegnungen , von Kundschaft, von sozialen Kontakten. Wir mussten umdenken. Statt Gäste zu bewirten, haben wir sie jetzt beliefert, oder den Abholservice nutzen lassen. Ich habe bei so mancher Auslieferung ganz nette Gespräche geführt und außerdem Straßen in unserer Stadt erkundet, die ich vorher nicht kannte 😊 Natürlich ist es eine Existenzfrage. Wir haben Verantwortung für unsere Mitarbeiter. Deshalb hängen wir uns natürlich alle so gut es geht „rein“, damit wir nach Corona wieder alle gemeinsam arbeiten können. Natürlich spielten am Anfang auch Ängste eine Rolle. Angst, vor Ansteckung, z.B. Wir versuchen alle Vorsichtsmaßnahmen mehr als gewissenhaft umzusetzen, damit tatsächlich alle gesund aus dieser Zeit kommen. Insgesamt: es ist für uns sehr schwierig, aber wir sind stolz und dankbar über unsere Gäste, die uns auch in dieser Zeit so toll unterstützen. Ich habe das Gefühl, dass Corona uns alle näher zusammenrücken lässt und die Solidarität zugenommen hat. Danke, dafür!

3. Wie erlebst du privat den Lockdown?

Mir fehlen die Freunde. Dieses herzliche Miteinander! Mir fehlt das, nach der Arbeit, schnell mit den Kindern treffen und ins Kino gehen! Mir fehlt, einfach mit meiner Tochter oder meinem Mann, oder mit der ganzen Familie, in der Mittagspause einen Kaffee auf dem Marktplatz genießen und dabei über Gott und die Welt diskutieren. Kurzum: mir fehlt alles das, was allen fehlen: soziale Kontakte, Freunde, Freundinnen und ein Teil meiner Familie.

4. Kontaktsperre über Ostern… ganz schön hart. Wie war es für Dich?

Es ist komisch! Ostern, ohne die ganze Familie – das gab es nie! Wir sind halt die totalen Familienmenschen und mein Mann und ich, freuen uns, wenn wir die ganze Familie um uns haben dürfen. Auch sonst, ist es nicht einfach. Mit einem 91-jährigen Schwiegervater und einer 78-jähigen Mutter im Haus, die es auch gewohnt waren, ihre kleinen Spaziergänge zu machen und auch ins Restaurant zu kommen und es plötzlich nicht mehr dürfen – es hat vieler Gespräche bedurft, damit sie die Gründe verstehen. Aber das schlimmste für sie war, dass sie ihren kleinen Urenkel nicht sehen konnten. Wir hoffen nun alle, dass sich die Situation bald verbessert und wir uns alle gemeinsam wieder an einem Tisch zum großen Familienentratsch setzen können.

5. Was machst Du als Erstes, wenn die Anti-Corona-Maßnahmen wieder aufgehoben sind?

Ich gehe mit meiner Familien auf den Marktplatz und genieße unsere schöne Stadt und werde mich mit gaaaanz vielen Menschen unterhalten!! Das fehlt mir/uns am meisten: einfach den Marktplatz genießen. Und natürlich werden wir auch alle gemeinsam ( unsere Kinder und wir) ins Kino gehen – egal welcher Film, weil wir auch das lieben und wir unser Kino hier in Weinheim total vermisst haben… und ich werde mich in die Sitzungen stürzen, weil ich einen richtigen Entzug habe 😊

Senior-Praktikantin

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