5 Fragen an Tamy Fraas

Tamy ist bei der Initiative foodsharing aktiv, die jetzt in der Krise besonders wichtig ist.

1. Corona und Entschleunigung: wie passt das für Dich zusammen?

Für viele Menschen bedeutet die Coronazeit zwangsweise eine Entschleunigung – ob sie wollen oder nicht. Sicher gibt es einige, die das genießen können. Ich gehöre nicht dazu.

2. Wie erlebst Du beruflich den Lockdown?

Ich arbeite seit 2018 bei einem kleinen, privaten Träger im sozialpädagogischen Bereich. An den Vormittagen arbeite ich an einer Förderschule, Nachmittags habe ich Termine in der Familienhilfe – normalerweise.
Zurzeit haben die Schulen geschlossen und ich kann nur in Ausnahmefällen und mit Schutzmaßnahmen die Familien vor Ort besuchen.
Seit etwa vier Wochen betreue ich meine Klient*innen per Videochat. Am Anfang hat es sich etwas komisch angefühlt aber auch das ist eine Sache der Gewohnheit.
Dennoch kann in meinem Bereich keine Videokonferenz einen echten und persönlichen Austausch so wirklich ersetzen. Ebenso fehlt mir der persönliche Austausch mit meinen Kolleginnen. Wir sehen uns zwar jede Woche in der Teamsitzung via Skype aber… es ist einfach nicht dasselbe.

3. Wie erlebst du privat den Lockdown?

Schon einige Jahren bin ich bei der Initiative foodsharing aktiv. Seit Mitte März übernehmen wir in Weinheim die Abholungen der Lebensmittel als Tafel-Ersatz. Diese hatte bis vor kurzem komplett geschlossen, teilt jetzt wieder Lebensmittel in kleinerem Umfang aus.
Wöchentlich finden Verteil-Aktionen von frischen Lebensmittel im Cafe ‚das Wohnzimmer‘ in der Weststadt statt. Die Lebensmittel müssen täglich bei den Betrieben abgeholt und sortiert werden, was teilweise mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann. Dazu kommt, dass ich an mindestens einem Tag in der Woche gerettete Lebensmittel an meine Großeltern sowie deren Freund*innen ausfahre. Auch dafür geht mindestens ein halber Tag drauf. All das zusammen plus meine reguläre Arbeit und die damit verbundene Dokumentation füllen meine Tage doch ganz schön aus.
Auszeiten habe ich dank meinem Hund regelmäßig 🙂

4. Kontaktsperre über Ostern… ganz schön hart. Wie war es für Dich?

Da ich nicht religiös bin und die Osterfeiertage für mich keine all zu große Relevanz haben, waren die Tage für mich nicht so hart. Ich kann aber Verstehen wie schlimm es für diejenigen sein muss, die sich sonst mit ihrer Familie treffen.

5. Was machst Du als Erstes, wenn die Anti-Corona-Maßnahmen wieder aufgehoben sind?

Ich freue mich auf den Tag, an dem ich meine Familie und Freund*innen endlich wieder in den Arm nehmen kann. Das vermisse ich sehr.

Susanne Michl

Susanne Michl

Senior-Praktikantin

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