Ab Juli wieder auf die Burgruine

Stadt und Familie Pflästerer investieren in die Erhaltung und Qualität des Wahrzeichens und bereiten die Wiedereröffnung vor

Während die Wachenburg, die jüngere und höher gelegene Weinheimer Burg, seit ein paar Tagen schon so richtig loslegt, Open-Air-Konzerte und Kino veranstaltet, geht es im Hof der Burgruine Windeck noch ganz anders zu. Handwerker haben ihr Material im Innenhof angelegt, es hämmert und raucht, in der Burgschänke bläst ein Trocknungsgerät, zwei junge Männer streichen die Gartenstühle – damit alles parat ist, wenn es auch auf der alten Ruine über den Dächern der Weinheimer Altstadt nach Corona wieder weitergeht. 

Die Stadt und die Pächterfamilie Pflästerer, die seit 25 Jahren die Burgruine bewirtschaften, streben eine Wiedereröffnung der Gastronomie und der Nutzung als Ausflugsziel zum 1. Juli an. Das ist ambitioniert, aber zu schaffen, erklären Rolf und Marlies Pflästerer sowie Norbert Wecht, der die Burg seitens des städtischen Amtes für Immobilienwirtschaft technisch betreut. 

Das Problem stellte sich in den Tagen um Weihnachten heraus. Bei einem Kontrollgang wurde festgestellt, dass Wasser in die Burgschänke eindringt; es kam vom Flachdach, das als Plateau auf halbem Weg zum Turm liegt. Obwohl die Arbeiten rasch in Angriff genommen wurden, dauerte die Reparatur seine Zeit. Der lange Frost und der viele Regen im Frühjahr schoben das Ende der Abdichtungsarbeiten nach hinten. Dann musste getrocknet werden; bauhistorische Beurteilungen mussten erfolgen. Schließlich ist die Burg ein Denkmal ersten Ranges. Die Schänke gehört übrigens zu den ältesten erhaltenen Bauteilen der Burggeschichte und stammt aus dem Baujahr 1100. 

Erst in der jetzt kommenden Woche kann die Baumaßmahne zur Erhaltung der Burg abgeschlossen werden. Dann wird eingeräumt, die Schänke langsam in Betrieb genommen, Teile der Elektrik werden erneuert. „Erst dann können wir auch wieder den Biergarten öffnen, denn unsere komplette Versorgung hängt an der Schänke“, erklärt Rolf Pflästerer. Eigentlich hätte das Gastronomen-Ehepaar in diesem Frühjahr „25 Jahre Burg Windeck“ feiern wollen; aber Corona hat das verhindert. „Das holen wir aber nach“, verspricht Rolf Pflästerer. 

Die Stadt investiert rund 50 000 bis 60 000 Euro in die Erhaltung ihres Wahrzeichens, Pflästerer nimmt seinerseits Geld in die Hand, um Verschönerungen zum Sommer vorzunehmen, beispielsweise an den Toiletten. Dann kann die Ruine wieder zum Ziel von Ausflüglern werden.

A propos. Ab Juli soll die Burg (mit dem Turm) wieder täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet sein. Der Biergarten hat Montag und Dienstag Ruhetag, die Toilettenanlagen werden zu den Öffnungszeiten des Biergartens zur Verfügung stehen (weil sonst leider die Vandalismusgefahr zu groß ist). Für Teilnehmer von Stadt- und Burgführungen werden die Toiletten allerdings geöffnet sein. 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: