Das tapfere Weinheimer Schneiderlein

Schneidermeister Zakaria Ashbalou bei der Arbeit

Ein Schneider näht aus Dankbarkeit – Zakaria Ashbalou stellt Masken für die Mitarbeiter des Weinheimer Bildungsbüros her

Schneidermeister Zakaria Ashbalou bei der Arbeit

„Ich will helfen!“, sagt Schneidermeister Zakaria Ashbalou. Und er hilft dem Weinheimer Bildungsbüro, dem er etwas zurückgeben möchte. Denn dort erhielt er in einer für ihn schwierigen Zeit viel Unterstützung, um als Flüchtling in Deutschland Fuß zu fassen und in seinem erlernten Beruf arbeiten zu können.

Seitdem der Schneidermeister, der aus Syrien stammt, mit seiner sechsköpfigen Familie in Deutschland ist, hat er den langen beschwerlichen Weg zur Integration beispielhaft gemeistert. Mit Ehrgeiz, Disziplin, starkem Willen und Hilfe von engagierten Ehrenamtlichen schafften es Zakaria und Mayada, seine Frau, die erste Hürde zu bestehen, die Deutschprüfung.Durch die Beratung und Unterstützung, die Zakaria im Bildungsbüro Weinheim erhielt, gelang es ihm, eine Praktikumsstelle in einem Brautmodegeschäft zu bekommen. Ein Jahr später, im Februar 2020 bekam er den lang ersehnten unbefristeten Arbeitsvertrag, der ihm und seiner Familie die finanzielle Unabhängigkeit sichern soll. Nur um dann, einen Monat später, aufgrund der aktuellen Corona-Krise in Kurzarbeit gehen zu müssen. „Doch Zakaria ist ein positiver Mensch, den wenig aus der Fassung bringt“, beschreibt Carmen Setiabudi, sie ist Beraterin für Aus- und Weiterbildung für Erwachsene mit Migrationshintergrund im Bildungsbüro Weinheim. Ihr bot der Schneidermeister als erstes Hilfe an. Denn er sagt: „Ich bin dankbar für die Hilfe, die ich und meine Familie in Deutschland bekommen habe, und möchte etwas zurückgeben.“

Alltagsmasken für alle Aktiven und ehrenamtlich Engagierten der Weinheimer Bildungskette

Carmen Setiabudi aktivierte kurzerhand ihren Teamkolleginnen, bat um Stoffspenden und versorgte Zakaria Ashbalou mit dem nötigen Material, um mit dem Nähen der Schutzmasken starten zu können. Inzwischen hat er so viele Masken genäht, dass zum Start der Tragepflicht von sogenannten „Alltagsmasken“ beim Einkaufen und im öffentlichen Personenverkehr in Baden-Württemberg Montag alle Aktiven und ehrenamtlich Engagierten der Weinheimer Bildungskette damit ausgestattet werden können.

Das Bildungsbüro bietet Beratung in Bezug auf die beruflichen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten von erwachsenen Migranten in Deutschland an. Das Team um die Fachstellenleitung, Agathe Huller-Haastert, hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu helfen, die sich beruflich etablieren, umorientieren, neuorientieren oder weiterentwickeln wollen und dabei Unterstützung brauchen. Dank des multikulturellen Teams, kann die Beratung, neben Deutsch, auch in vielen anderen Sprachen erfolgen, wie Bulgarisch, Kurdisch, Arabisch, Türkisch, Englisch, Rumänisch, oder Spanisch. Agathe Huller-Haastert erklärt: „Gerade in Zeiten der Unsicherheit, wie wir sie aktuell bedingt durch die Coronavirus-Krise erleben, ist es wichtig die Beratungs- und Unterstützungsangebote aufrecht zu erhalten und bestehende Kontakte und Vertrauensbeziehungen nicht abreißen zu lassen.“

Bis wieder persönliche Beratungstermine im Bildungsbüro vergeben werden können, erfolgt der Austausch über Telefon, Mails, Messenger-Dienste oder andere digitale Kontaktformen.

Kontakt: Agathe Huller-Haastert, Bildungsbüro Weinheim/ Integration Central e.V., Leitung Fachstelle Beratung Aus- und Weiterbildung für Erwachsene, agathe.huller-haastert@bildungsbuero-weinheim.de , Infos unter www.bildungsbuero-weinheim.de

Quelle: Pressemeldung der Stadt Weinheim

Susanne Michl

Susanne Michl

Senior-Praktikantin

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