Die realen Seiten der Pandemie

„Weinheim bleibt bunt“ ehrte bei einer Kundgebung die „Helfenden und Heilenden“ in Corona-Zeiten – Michelle Walker umrahmte kulturell

Es waren die echten Seiten der Corona-Pandemie, die am Sonntagmittag auf der Wiese vor dem Weinheimer Schloss zu sehen und zu hören waren. „Für helfende und heilende Hände“ in der Krise hatte das breit aufgestellte Weinheimer Bürgerbündnis „Weinheim bleibt bunt“ eine Veranstaltung mit betroffenen Personen organisiert – als Gegenbewegung zu Coronaleugnern, die ebenfalls im Schlosspark eine Veranstaltung angemeldet hatten. In den zurückliegenden Wochen hatte das Bündnis wegen der hohen Inzidenzzahlen und der Infektionsgefahr mit Präsenz-Veranstaltungen abgewartet. Jetzt, so Sckerl, sei es aber Zeit, den Coronaleugnern entgegenzutreten.

Rund 120 Personen folgten der Einladung des Bündnisses „Weinheim bleibt bunt“. Hans-Ulrich Sckerl aus dem Sprecherkreis des Bündnisses begrüßte die Menschen und betonte, dass sich das Bündnis bewusst für das demokratische System und eine solidarische Gesellschaft einsetzt. Es sei wichtig zu zeigen, dass es in der Pandemie um Menschen und persönliche Schicksale gehe. Diesen Betroffenen komme das Leugnen der Realität wie eine Verhöhnung vor.

Die Redner bestätigten die einleitenden Worte Sckerls. Wie der vielfach engagierte Weinheimer Bürger Wolfgang Zotz, der sehr authentisch, schonungslos wahr und emphatisch schilderte, wie er sich infizierte und dass Menschen aus seinem Freundeskreis an Corona verstorben sind. Auch Wolfgang Zotz (81) ist noch von der Krankheit gezeichnet. Seine Rede hielt er im Sitzen, seine Stimme ist noch leise.

Uwe Kupferschmidt, Intensiv-Pfleger am Mannheimer Klinikum, lieferte einen ehrlichen Bericht über Mängel im Pflege- und Gesundheitssystem und über die unzureichenden Arbeitsbedingung in den Kliniken und Heimen.

Die beiden Ärzte Dr. Stefan Bilger, der Leiter des Heidelberger Imfzentrums ist, und Karl-Friedrich Schmidt, der Sprecher des Weinheimer Ärztenetzwerkes „Regiomed“, gaben wichtige Erläuterungen zur Corona-Impfung und widerlegten einige „Fake-News“, die von Coronaleugnern und Impfgegnern in die Welt gesetzt werden.

Zum Abschluss der Kundgebung betonte Uli Sckerl die Solidarität mit dem Freundeskreis Weinheim-Ramat Gan, dessen Führung sich zeitgleich in Mannheim an einer Veranstaltung gegen Antisemitismus beteiligte. Antisemitische Übergriffe hierzulande vor dem Hintergrund des Krieges in Israel, seien „nicht hinnehmbar“.

Die Veranstaltung des Bündnisses wurde durch einen Auftritt der Weinheimer Jazz-Sängerin Michelle Walker und den Gitarristen Daniele April auch zu einem kulturellen Highlight in einer kult

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