Qualität geht vor

Weinheimer Gemeinderat kann erstmals Grundstücke im Gewerbegebiet Nord vergeben – Überwiegend Bewerber aus Handwerks- und Dienstleistungsbranche

Flächenverbrauch und Gewerbeentwicklung – diesen Spagat müssen Kommunen mit einer vernünftigen und modernen Stadtentwicklung heutzutage beherrschen. Unter dieser Maxime hat die Stadt Weinheim – Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung – in den zurückliegenden Monaten alle Vorbereitungen getroffen, um möglichst sinnvoll Gewerbegrundstücke im neuen Gewerbegebiet Nord (gegenüber des Friedhofs) zu erschließen und zu vergeben. Motto: Wenn schon Flächen verbaut werden, dann mit einer nachhaltigen Zukunftsperspektive für den Standort. Mit diesem Ziel hatte die Stadt schon vor Monaten einen Kriterienkatalog entwickelt, um Bewerber einschätzen zu können. Der Gemeinderat hatte den Katalog, der aus rechtlichen Gründen einmal angepasst werden musste, genehmigt und konnte jetzt in öffentlicher Sitzung am Dienstag, 14. September, in der Stadthalle (der ersten Sitzung nach der Sommerpause) die ersten Grundstücke vergeben. Es ging in einem ersten „Rutsch“ um 15 Grundstücke von insgesamt 31. Unter anderem mussten die Bewerber unter Beweis stellen, dass ihre Projekte finanzier- und realisierbar sind.

Unter dem Stichwort „Mindestqualität“ ging es schließlich um jene Vergabekriterien, mit denen sich der Gemeinderat zuletzt mehrfach beschäftigt hatte. Schließlich sollen Unternehmen angezogen werden, die Arbeitsplätze schaffen, Wertschöpfung generieren, Innovation erzeugen, umweltfreundlich arbeiten und eine positive Wirkung auf die Stadtentwicklung entfalten. Laut Beschlussvorlage kann die Kommune durch die Veräußerung der Grundstücke Verkaufserlöse in Höhe von knapp vier Millionen Euro erzielen. Die Kaufinteressenten wurden am Ende der Sitzung namentlich genannt. Die elf favorisierten Interessenten stammen aus einer Vielzahl von Branchen, neun von Ihnen haben bereits einen Unternehmenssitz in Weinheim. Die Bewerber sind mehrheitlich den Bereichen Handwerk und Dienstleistung zuzuordnen; das war auch ein Ziel. Es sind weniger potenzielle Käufer als Grundstücke, da vier Bewerber einen Zuschlag für jeweils zwei zusammenhängende Grundstücke erhalten haben. Es sind Sanitärgeschäfte, Malerbetriebe, aber auch IT-Dienstleister und Online-Unternehmen dabei.

Nach der Entscheidung des Gemeinderats sind die 15 Grundstücke aber noch nicht endgültig verkauft. Zunächst wird mit den Interessenten eine auf sechs Monate befristete Reservierungsvereinbarung geschlossen. Die potenziellen Käufer haben in dieser Zeit die Möglichkeit, ihre Vorhaben zu konkretisieren. Dann erfolgt die Beurkundung. Das Areal soll noch im Oktober nach der Erschließung baureif an die Stadt übergeben werden, so dass die Gewerbebetriebe möglichst noch in diesem Jahr mit ihrem neuen Firmensitz beginnen können.

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